HR Innovation: Neues schneller in die Welt bringen

Weniger Konferenz-Bla-Bla. Mehr echte Innovation. Und was kann HR beim Thema Innovation von Apple lernen?

„Do’ dont talk“ lautet eine der Regeln im Design Thinking. Absolut logisch und zielführend, wenn man etwas erreichen will. Leider scheint diese simple Regeln noch nicht überall angekommen zu sein. Bewegt man sich auf HR Konferenzen, Tagungen oder auch neuerdings auch in Labs, bekommt man eher den Eindruck, dass die HR Community „talk the talk “ bevorzugt. Kaum eine Veranstaltung in den letzten 3 Jahren, auf der nicht über Digitalisierung, New Work oder disruptive Innovationen in HR diskutiert, geplaudert und philosophiert wurde.

Betrachtet man allerdings die daraus entstandenen Produkte in den HR Organisationen, überlebt kaum eine Idee oder Innovation den Tag nach der Konferenz oder dem vermeintlichen Kreativmeeting. Leider. Viel zu wenige Themen werden wirklich umgesetzt und erzeugen echte Wirkung im Unternehmensalltag. Nicht böse gemeint. Im Gegenteil.

Wie schafft man es nun aber die wolkigen Themen und Trends in HR wirklich auf die Straße zu bekommen?
Ein Blick ins Marketing und die Produktentwicklung bringt hier schnell Licht ins Dunkel.

Von Apple lernen  

Steve Jobs hatte eine sehr eigenwillige Philosophie bei der Entwicklung von Produkten. Alle Produkte sollten ausschließlich aus Sicht der Nutzer und ihrer Bedürfnisse entwickelt werden. Das war insofern neu, da bei der Entwicklung üblicherweise die technologische Machbarkeit im Vordergrund stand. Jobs Ansatz führte intern zu einigen hitzigen Diskussionen mit seinen Entwicklern. Auf der anderen Seite führte er jedoch zu Begeisterungsstürmen und tosendem Beifall bei Millionen von Apple Nutzern, die bei neuen Produkteinführungen selbst in klirrender Kälte vor den Apple Stores ausharren.

Die brachiale Fokussierung auf die Erwartungen und Bedürfnisse der Kunden war und ist eine der entscheidenden Zutaten für den großen Erfolg von Apple und prägt das Unternehmen lange über den Tod seines Gründers hinaus.

Und HR? Was heißt das für Innovation und Produktentwicklung in HR? Welche Methoden und Instrumente lassen sich übertragen?

B2B sind auch nur Menschen

Im Leben eines HR Managers passiert es nicht selten, das der Chef an der Tür klopft mit der Bitte mal eben ein ausgeklügeltes Konzept für ein schon lange diskutiertes und enorm wichtiges HR Thema zu entwickeln. Idealerweise bis zum Ende des Monats.

Was als kurzer Auftrag zwischen den Türen beginnt, endet allzu oft in einem sehr aufwendigen Projekt mit vielen Überstunden. Und wie bei jeder Konzeption gilt: Nichts ist schlimmer, als wenn das in vielen Nachtschichten erarbeitete Konzept am Ende nur in der Schublade landet und das HR Produkt nie das Licht der Welt erblickt. Nun gehört Produktentwicklung nicht zu dem klassischen Lehrbuchwissen für Personaler. Was also tun, um das Thema zu einem persönlichen Erfolg zu machen?

Das Gute vorweg: Steve Jobs Philosophie in der Produktentwicklung lässt sich hervorragend im B2B Kontext anwenden, denn gerade in HR geht es um die Bedürfnisse und Wünsche von Menschen.

Kunden verstehen und begeistern // Schritt 1

Nehmen wir an, Sie sollen ein neues Karrierekonzept für Fachexperten in Ihrem Unternehmen entwickeln. Als erstes werden sie sich richtigerweise mit der Zielgruppe beschäftigen – den Fachexperten im Unternehmen.

Nach einer Analyse der Mitarbeiterdaten stellen Sie fest, dass es sich bei der Zielgruppe der Fachexperten im Durchschnitt um 40-jährige deutsche Ingenieure handelt. Eine interessante Information – für die Entwicklung eines neuen HR Produktes aber nur wenig hilfreich.

Sie kennen sicherlich das Phänomen des Porsches auf dem Aldi Parkplatz. Eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombination für eine Persönlichkeit. Mit Soziodemografie nicht zu erklären. Marketingabteilungen haben inzwischen erkannt, dass Alter und Beruf als Zielgruppenmodelle nicht mehr ausreichen, denn sie sagen uns nichts über Bedürfnisse und das Verhalten der Menschen.

Wollen Sie die Zielgruppe und ihre Bedürfnisse wirklich verstehen, benötigen Sie ein modernes Instrument, um stereotypisches Verhalten, Wünsche, Motivation und Bedürfnisse besser fassen zu können. Im Marketing nutzt man hierfür inzwischen das Instrument der Persona.

Eine Persona verdichtet die Merkmale einer Zielgruppe auf Basis Ihrer Bedürfnisse und Einstellungen. Innerhalb der Gruppe der Fachexperten gibt es beispielsweise Personen die Kontinuität brauchen und Veränderungen scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Diese Zielgruppe hat vollkommen andere Vorstellungen und Ansprüche an das HR Produkt „Karriere“ als die Gruppe der Fachexperten, die das Rampenlicht suchen und regelmäßig auf Fachtagungen das Publikum mit Ihrem Fachwissen zum Staunen bringen. Diese Verhaltensähnlichkeiten bei den Fachexperten werden dann in Personas wie beispielweise „Vermeider“,„Idealisten“ oder „ Vorreiter“ zusammengefasst.

Kollektive Intelligenz schlägt Expertenwissen // Schritt 2

Sehen Sie die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe klar, sollten Sie in der Konzeptionsphase die gesamte Kraft der HR Funktion nutzen. Das gilt besonders für Center of Competence oder Holdingfunktionen ohne echte Durchgriffsmöglichkeiten im operativen HR Alltag. Gerade hier wird man sonst schnell als Elfenbeinturm belächelt.

Ohne eine echte Beteiligung der umsetzenden HR Mitarbeiter bei der Entwicklung, ist das Produkt von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Der Hintergrund ist schlichtweg die fehlende interne Akzeptanz. Eine frühzeitige Integration der Betroffenen ist daher erfolgskritisch. Hierfür empfehlen wir Ihnen die Methode Co-Creation. Ihr Laserschwert für mehr Akzeptanz.

Wahrscheinlich kennen Sie den Effekt, wenn Konzepte im stillen Kämmerlein entwickelt werden und man im Nachgang versucht, Ihnen diese zu verkaufen.
Es gelingt fast nie und führt oft nur zu sprachlosem Kopfschütteln.
Werden die betroffenen HR Kollegen dagegen über einen Co-Creation Workshop aktiv in den Entwicklungsprozess integriert, werden die daraus resultierenden Ergebnisse als die Eigenen anerkannt. Der „Not-Invented-Here“ Bias greift nicht. Dieser psychologische Effekt führt vereinfacht gesagt dazu, dass Menschen die von Anderen entwickelten Ideen immer schlechter bewerten als die Eigenen. Ein unbewusster, aber mächtiger Effekt, der leider regelmäßig für das Scheitern von Initiativen und Projekten verantwortlich ist.

Eine bewusste und frühzeitige Integration beispielweise der für die Beratung zu Fachkarrieren verantwortlichen HR Business Partner, ist daher ein Gewinn für beide Seiten. Für Sie und Ihre internen HR Kollegen. Zudem bietet sich hier eine hervorragende Gelegenheit, sich als moderner Change Manager in der eigenen Organisation auszuzeichnen.

Bei einem Co-Creation Format gibt es einige praktische Hinweise aus dem Design Thinking Umfeld, um ein fulminantes Ideenfeuerwerk zu zünden:

  • Die Zusammensetzung der Gruppe sollte möglichst interdisziplinär sein und mehrere Hierarchiestufen vereinen.
  • Ein striktes Zeitmanagement und Räumlichkeiten die zum grenzenlosen Denken anregen.
  • Die Einhaltung einiger Regeln der Zusammenarbeit, wie etwa: Vermeide Kritik, Visualisiere, Baue auf den Ideen der Anderen auf, Quantität zählt und lass den Titel an der Tür.

Vom Labor ins Rampenlicht

Um gemeinsam schnell sichtbare Ergebnisse zu erzielen, empfehlen wir Ihnen von Beginn an mit Prototypen zu arbeiten. Ein Prototyp bei der Entwicklung neuer  HR Produkte kann beispielsweise der erste Entwurf eines Konzepts einer Persona, ein innovativer Flyer oder eine User Story sein. Konkrete Anwendungsbeispiele in Form von User Storys eignen sich ausgezeichnet in der Kommunikation, da sie unser Gehirn einfacher versteht und viel leichter abspeichert.

Kreieren Sie Geschichten, um das HR Produkt greifbar zu machen. Zum Beispiel mit „Emilio Experte“, der seid 2 Jahren als Fachexperte in Ihrem Talentprogramm ist und im letzten Jahr den deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt gewonnen hat. Das perfekte Aushängeschild für Ihre Expertenkarriere.

Prototypen sollten Sie mit Ihren Kunden oder auch mit Ihren HR Kollegen frühzeitig testen. Hier stehen Fragen zur Verständlichkeit, zum Nutzen und zur Bedürfnisorientierung im Zentrum. Das gewonnen Feedback kann dann für den Feinschliff des HR Produktes genutzt werden.  Mindestens genauso wichtig: Sie gewinnen durch das schnelle iterative Prototyping wertvolle Zeit, die Sie oft in der Operationalisierung brauchen.

Operationalisierung leichtgemacht // Schritt 3

Sind die Bedürfnisse transparent, die Kollegen beteiligt, steht der Operationalisierung nichts mehr im Weg. Extrem wichtig hierbei: Den Prozess vom Ende aus zu denken und den Fokus auf die notwendigen Ergebnissen für den operativen HR Alltag zu lenken. In unserem Beispiel das Karrierekonzept für Fachexperten. Neben dem Konzept bedarf es für die operative Umsetzung allerdings auch der Beschreibung der resultierenden HR Produkte, wie etwa die Beratung zu Fachkarrieren, das Talentprogramm für Fachexperten oder der jährlich stattfindende interne Fachexpertenkongress. Zu jedem dieser Produkte gehört natürlich auch eine Beschreibung des Prozesses und die dazugehörigen Dokumente und Vorlagen. Erst durch diese Konkretisierung auf Grasnarbenniveau wird das neue HR Produkt zum Leben erweckt und alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einführung geschaffen.

Vom Einfall zum Beifall

Innovative HR Produkte entstehen nicht über Nacht. Und Kreativität funktioniert nur selten auf Knopfdruck. Auch nicht bei Apple. Wirklich erfolgreiche HR Produktentwicklung erfordert vor allem eines: Ein modernes und gleichzeitig strukturiertes Vorgehen, passgenaue Instrumente und ein starkes Design.

Wenn Sie bei der Produktentwicklung die Bedürfnisse der Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellen und Ihre HR Kollegen aktiv beteiligen, wird ein Konzept nie wieder im Aktenschrank landen. Versprochen. Im Gegenteil: Es wird zu viel Freude und Begeisterung führen. Für Sie. Ihre Karriere. Und dem Erfolg von HR.

Profitieren Sie von unser langjährigen Expertise im Thema HR Innovation und der Produktentwicklung.

Ihr Nutzen und der Mehrwert für die HR Organisation

   Bedürfnisorientierte HR Produkte

   Neue innovative Themen in den Alltag überführen

   Positionierung des HR Bereichs als unternehmerisch agierende Organisation

  Begeisterung bei den internen Kunden

„Unser Projekt mit den Schwarzen Falken war ein voller Erfolg. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen waren sehr konkret, optimal auf uns zugeschnitten und nicht wie oft allgemein gehaltene Beraterempfehlungen, die auf jeden passen. Wir arbeiten gerne weiter mit den Falken.“

 

Dr. Patrick Niehr, Senior Vice President HR, Wilo SE

Artikel Personalmagazin „Produkte zum Leben erwecken“
(03/2018)

Wenn Sie Fragen zum Thema Innovation haben oder sich zur HR Produktentwicklung austauschen wollen, sprechen Sie uns an. Gerne besprechen wir mit Ihnen das genaue Vorgehen und erstellen Ihnen ein individuelles Angebot.

Christian Uhlig

Managing Partner

 christian.uhlig@schwarzerfalke.com

 0151 52598119

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